Krisensituationen und Krisenerfahrungen sind für die Menschheit ‚nichts Neues unter der Sonne‘ – auch wenn sich diese gegenwärtig zu verdichten scheinen. Sie bewirken allerdings, dass systemische Gegebenheiten und Entwicklungen wie in einem Brennglas deutlicher hervortreten. Damit legen sie auch Herausforderungen für religiöse Bildung offen. Die Ausgabe 2/2022 des ÖRF widmet sich daher der grundlegenden Frage nach dem Verhältnis von religiöser Bildung und Krisen.

Dieses ÖRF-Heft widmet sich der Frage, wie religiöse Bildung in Bezug auf ‚Krisen‘ gedacht werden kann, ja vielleicht grundlegend zu denken ist, welche Rolle Krisen in jugendlichen Lebenswelten und in konkreten religiösen Bildungsprozessen spielen, wie krisenaffin der Bildungsbereich ist, aber auch wie Krisen bewältigt werden können. Gefragt wird damit nicht zuletzt, welche religiösen Ressourcen gerade auch jugendlichen Schüler*innen im Kontext religiöser Bildungsprozesse eröffnet werden können, um in Auseinandersetzung mit Krisen die eigene Sprach-, Denk- und Handlungsfähigkeit weiterzuentwickeln.

 Mögliche thematische Schwerpunkte:

- Krisenmomente in Bildungsprozessen: das Moment der Krise als zentrale Kategorie von Bildung; Zusammenhänge von Bildungsverständnis und dem Umgang mit Krisen; Krisen als („verdrängte“?) Elemente in Lernprozessen; lern- und bildungstheoretische Reflexionen zu Krisen usw.

- Gesellschaftliche Krisen und ihre Auswirkungen auf religiöse Bildung: gegenwärtige Krisen der Wissenskultur als Herausforderungen für religiöse Bildung (Herausforderung ‚Fake News‘); Problematiken ‚krisenresistenter‘ Religionen: Religiosität als ‚Flucht vor Krisen‘ in ‚heile Welten‘; religionspädagogische Implikationen der ‚Gotteskrise‘; zunehmende Unverständlichkeit religiöser Sprache in gesellschaftlichen Diskursen als fundamentale Krise religiöser Bildung usw.

- Krise und jugendliche Lebenswelten: juvenile Lebensphase als Krisenerfahrung; spezifische gegenwärtige Krisenerfahrungen wahrgenommen aus einem religionspädagogischen Blickwinkel; interdisziplinäre Perspektiven auf jugendliche Krisenerfahrungen; Zusammenhänge von Krisenerfahrungen und sozialem und religiösem Milieu; Auswirkungen von Krisenerfahrungen auf (religiöses) Lernen; psychiatrische Perspektiven auf Krisensituationen in jugendlichen Lebenswelten; ‚gebrochene‘ Jugendbiografien in ihrer Bedeutung für religiöse Bildungsprozesse

- Krisen im Kontext Schule: Forschung zu (berufsspezifischen) Krisen von Religionslehrer*innen; spezifische Krisen von Junglehrer*innen und mögliche Unterstützungsangebote; Wahrnehmung von und Umgangsweisen mit Krisenerfahrungen im Kontext der Schulkultur; ‚akzeptierte‘ und ‚verdrängte‘ Krisen im Kontext Schule usw.

- Religionsdidaktik – Ressourcen verschiedener religiöser Traditionen zur Auseinandersetzung mit Krisen: Perspektiven aus religiösen Traditionen (v.a. den Hl. Schriften) auf Krisenphänomene; Auseinandersetzung mit Krisenerfahrungen als grundlegender Bestandteil religiösen Denkens; Zusammenhänge zwischen Krise und Kritik als notwendiger Bestandteil religiöser Bildung; Krisen und Katastrophen in der Religionsgeschichte als Bildungsgegenstand religiösen Lernens usw.

 

Wir laden herzlich dazu ein, Beiträge speziell zur Thematik dieses Heftes bzw. auch über das Thema hinausgehende Beiträge zu verfassen und für die nächste Ausgabe des ÖRF einzureichen, die im November 2022 erscheinen wird.

Wir bitten Sie, uns die Ankündigungen Ihres Beitrages (Abstract) an folgende Mail-Adresse zu senden: oerf.redaktion@uni-graz.at. Sie werden daraufhin eine kurze Rückmeldung von uns erhalten.

 

Sobald Ihr Beitrag abgabefertig ist, laden Sie diesen bitte selbstständig auf unsere Website hoch: http://oerf-journal.eu. Melden Sie sich dafür bei der Plattform an und wählen Sie „Neue Einreichung“ aus. Sollten diesbezüglich Fragen auftreten, wenden Sie sich an oerf.redaktion@uni-graz.at oder wolfgang.weirer@uni-graz.at.

Wenn Sie bereits im Zeitraum von 2017-2021 einen Beitrag für das Österreichische Religionspädagogische Forum (ÖRF) erstellt haben, wurden Sie auf der Plattform bereits erfasst. Sollten Sie Ihr Benutzer*innenkonto oder Ihr Passwort vergessen haben, melden Sie sich bitte per Mail noch vor der „Neuen Einreichung“ bei oerf.redaktion@uni-graz.at. Sie erhalten von uns Ihren Zugang zur Plattform – erstellen Sie anschließend ggf. ein neues Passwort.

Wir bitten ebenso um die Bekanntgabe von Publikationen, die in letzter Zeit entstanden sind und die rezensiert werden sollten, sowie um Kurzbeschreibungen sehr guter wissenschaftlicher religionspädagogischer Qualifizierungsarbeiten an den verschiedenen Standorten (Master- oder Diplomarbeiten…)!

 

 

Wir bitten dringend, die Manuskriptrichtlinien zu beachten!

 

 

Verantwortlich für die inhaltliche Konzeption dieser Ausgabe:

Dr.in Karin Peter, Universität Wien

Mag. David Novakovits, BA MA, Universität Wien

 

Zeitplan

Vorschläge für Beiträge erbitten wir bis: 04. Februar 2022

Abgabetermin aller Beiträge für das Peer-Review-Verfahren: 15. April 2022

Abgabetermin für Rezensionen und Qualifikationsarbeiten: 17. Juni 2022

Erscheinungsdatum: November 2022