Religionsunterricht - Ethikunterricht Mehr Konvergenzen als Divergenzen

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Anton A. Bucher

Abstract

Nach kurzen Skizzen zur konfliktträchtigen Geschichte von Religionsunterricht und Ethikunterricht, in der ersterer oft einen Mehrwert beanspruchte, wird dafür plädiert, die beiden Fächer als gleichwertig nebeneinander zu stellen und die Divergenzen und Konvergenzen herauszuarbeiten. Zu den ersteren zählen insbesondere unterschiedliche rechtliche Regelungen, aber auch, dass katholischer, evangelischer und orthodoxer Religionsunterricht die Themen in einer biblisch-christlichen Perspektive angehen. Doch das impliziert mitnichten, dass Ethik standpunktlos wäre, orientiert er sich doch an den grundlegenden Menschen- und Freiheitsrechten und an der Würde des Menschen. Aufgezeigt werden sodann die vielen Konvergenzen: Mündigkeit, Anknüpfen an der Erfahrungswelt der Schüler*innen, religiöse Themen im Ethikunterricht, ethische Themen im Religionsunterricht. Faktischer Religions- und Ethikunterricht sind oft nicht voneinander zu unterscheiden. Hier wie dort wird viel diskutiert und weniger Leistungsdruck verspürt als in anderen Fächern. Aufgrund dieser großen Schnittmengen wird abschließend dafür plädiert, die Vision eines gemeinsamen Faches „Ethik und Religionen“ für alle Schüler*innen nicht aus den Augen zu verlieren.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
Bucher, A. (2022) Religionsunterricht - Ethikunterricht, Österreichisches Religionspädagogisches Forum, 30(1), S. 34-50. doi: 10.25364/10.30:2022.1.3.
Rubrik
Artikel - Themenspezifisch
Autor/innen-Biografie

Anton A. Bucher, Universität Salzburg

Prof. Dr. Anton Bucher, Lehrstuhl für Religionspädagogik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, zugleich habilitiert in Erziehungswissenschaft und mitverwendet am Fachbereich Erziehungswissenschaft.

 

Prof. Dr. Anton Bucher

FB Praktische Theologie

Universitätsplatz 1

A-5020 Salzburg

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