Call for Papers ÖRF: 'Religionsunterricht planen'

Call for Papers ÖRF: 'Religionsunterricht planen'

2026-03-24

Unterrichtsplanung gehört zu den zentralen professionellen Praktiken religionspädagogischen Handelns. Sie strukturiert nicht nur Lehr-Lern-Prozesse, sondern vermittelt zwischen theologischen Gehalten, subjektiven Deutungen von Lernenden, curricularen Vorgaben, institutionellen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Erwartungen an religiöse Bildung. Unterrichtsplanung gestaltet und eröffnet Bildungsräume und trägt Verantwortung für deren Zielrichtung. Trotz dieser grundlegenden Bedeutung und ungeachtet von entsprechenden Beiträgen im Sinne von Korrelationsdidaktik oder Elementarisierung ist Unterrichtsplanung bislang erstaunlich selten Gegenstand systematischer religionspädagogischer Forschung. Sie begegnet primär als Aufgabenfeld bzw. pragmatische Kompetenz der schulischen Praxis, Bestandteil der Ausbildung oder als implizites Praxiswissen – weniger jedoch als eigenständiger wissenschaftlicher Reflexionsgegenstand.

Das Schwerpunktheft widmet sich daher Unterrichtsplanung als religionspädagogischem bzw. fachdidaktischem Forschungsgegenstand. Willkommen sind Beiträge, die theoretische, empirische, konzeptionelle oder praxisreflexive Perspektiven eröffnen und den Religionsunterricht aller Schulstufen berücksichtigen. Ebenso interessieren Beiträge zu Professionalisierungsprozessen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Religionspädagog:innen in Studium, Induktionsphase sowie Fort- und Weiterbildung im Professionalisierungskontinuum an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten.

 

Mögliche Fragestellungen sind unter anderem:

 

  • Welche Modelle und Theorien von Unterrichtsplanung bieten fruchtbare Impulse für religionspädagogische Unterrichtsplanung?
  • Welche Impulse bieten religionspädagogische Ansätze wie z. B. Korrelation, Elementarisierung, performative, ästhetische, inklusive oder kompetenzorientierte Didaktik für die konkrete Planungspraxis?
  • Wie wird unter den Bedingungen kompetenzorientierter Lehrpläne Religionsunterricht professionell geplant?
  • Wie wird unter den Bedingungen konfessionell-kooperativer Modelle bzw. interreligiöser Lernsettings Religionsunterricht professionell geplant?
  • Inwiefern verändert Digitalität (z. B. KI-gestützte Lernumgebungen, hybride Lernräume, religiöse Online-Praxis, digitale Planungssoftware) die Unterrichtsplanung und welchen Einfluss hat sie auf das Planen selbst?
  • Was an religiöser Bildung kann geplant werden, wie lassen sich Unvorhersehbarkeit, Kontingenzerfahrung und dialogische Offenheit didaktisch einplanen – und was entzieht sich jeder Planung?
  • Wie kann die Planung religiöser Bildungs- und Lernprozesse in der Elementarpädagogik konzipiert werden?
  • Welche Kompetenzen benötigen Religionspädagog:innen für professionelle Planung und wie können diese in Studium, Induktion und Fortbildung aufgebaut und gefördert werden?
  • Welche impliziten Theorien leiten Religionspädagog:innen, wenn sie Unterricht planen?
  • Welche Einsichten und Konsequenzen für die religionspädagogische Unterrichtsplanung ergeben sich aus Unterrichtsforschung, Videographie, Unterrichtsanalysen oder Design-Based Research?
  • Welche Impulse für die religionspädagogische Unterrichtsplanung lassen sich relevanten Bezugsdisziplinen – etwa Allgemeine Didaktik, andere Fachdidaktiken, Curriculumforschung, Bildungswissenschaft, Theologie, Psychologie, Soziologie, Medienpädagogik oder Schulpädagogik – gewinnen?
  • Welche Rolle spielt fachwissenschaftliches Wissen in Planungsentscheidungen – Ausgangspunkt, Korrektiv oder Grenze didaktischer Transformation?
  • Welche Rolle spielen die Schüler:innen in der Unterrichtsplanung? (z. B. Lernausgangslagen, Berücksichtigung von Heterogenität, Entwicklungsangemessenheit etc.)
  • Wie verändert sich Religionsunterricht, wenn Planung nicht nur vornehmlich als Vorbereitung, sondern als eigenständiger religionspädagogischer Reflexionsort verstanden wird?
  • Welche theoretischen Perspektiven sind für die Analyse von Modellen bzw. der Praxis von Unterrichtsplanung hilfreich bzw. notwendig?
  • Welche Rolle spielen digitale bzw. nicht-digitale Medien in Praxis und Theorie der Unterrichtsplanung?
  • Was sind die Gründe und worin besteht die Lücke zwischen theoretischen Planungsmodellen und der Planungspraxis von (Religions-)Lehrer:innen?
  • Welche Qualitätskriterien können an Unterrichtsplanung angelegt werden?
  • Wie wirken Modelle der Unterrichtsplanung als normative Bezugspunkte in Ausbildung, Schulaufsicht und schulischer Praxis – und welche Chancen und Grenzen entstehen daraus für Professionalisierung und Unterrichtsentwicklung?
  • Wie beeinflussen institutionelle Rahmenbedingungen (Lehrpläne, Schulorganisation, konfessionellkooperative Modelle, Schulaufsicht) die Planung von Religionsunterricht?

Wir laden herzlich dazu ein, Beiträge zur Thematik zu verfassen und für die Ausgabe des ÖRF einzureichen, die im Frühjahr 2027 erscheinen wird. 

Wir bitten Sie, uns die Ankündigungen Ihres Beitrages (Abstract) zur Thematik der Ausgabe bzw. auch über Thema hinausgehende Texte (unter „weiter wissenschaftlicher Beiträge“ zu veröffentlichen) an folgende

Mail-Adresse zu senden: oerf.redaktion@uni-graz.at. Sie erhalten nach einer formalen und inhaltlichen Erstkontrolle daraufhin eine Rückmeldung. Wenn Sie ein positives Feedback von uns erhalten haben und ihr Beitrag fertiggestellt ist, laden Sie diesen für die Einleitung des Peer-Review-Verfahrens selbstständig auf unserer Website hoch: http://oerf-journal.eu/. 

Wir bitten ebenso um die Bekanntgabe von Publikationen, die in letzter Zeit entstanden sind und die rezensiert werden sollten, sowie um Kurzbeschreibungen sehr guter wissenschaftlicher religionspädagogischer Qualifizierungsarbeiten an den verschiedenen Standorten (Master- oder Diplomarbeiten…)!

Das ÖRF veröffentlicht ausschließlich Originalbeiträge. Die Hauptbeiträge durchlaufen ein Peer-ReviewVerfahren. Den Ablauf zur Einreichung sowie alle entsprechenden Formalia finden Sie auf unserer Homepage: http://oerf-journal.eu/.

Wir bitten dringend, die Manuskriptrichtlinien genau einzuhalten!

Verantwortliche für die inhaltliche Konzeption dieser Ausgabe

Vizerektorin Prof. MMag.a Dr.in Renate Wieser, PPH Augustinum

Univ.-Lekt.in Mag.a Anna Bachofner-Mayr, BA, KU Linz

Univ.-Prof. Dr. Martin Rothgangel, Universität Wien

 

Zeitplan

Vorschläge für Beiträge erbitten wir bis: 16. November 2026

Abgabetermin aller Beiträge für das Peer-Review-Verfahren: 18. Jänner 2027

Abgabetermin für Rezensionen und Qualifikationsarbeiten: 15. Februar 2027 Erscheinungsdatum: Frühjahr 2027

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